
Ein Spielmann, der unter chronischem Lampenfieber leidet, eine kampfeslustige Küchenmagd und ein liebreizender, aber anstrengender Adeliger, der von der großen Liebe träumt. Das sind die Hauptpersonen in diesem Fantasy-Abenteuer, in dem es um Zauberei geht, um geheimnisvolle Türme und haarsträubende Abenteuer in der Wildnis, aber vor allem und immer wieder ums Erwachsenwerden, um Freundschaft, Liebe und die große Aufgabe, den eigenen Platz in der Welt zu finden. In weiteren Rollen: ein Zwerg, der den Lebensmittelhandel revolutionieren will, ein Drache mit einem Jungfrauenproblem und ein außergewöhnliches Huhn.
Wolfram von Kürenberg, Hauptfigur und Protagonist, erzählt die Geschichte in lockerem, oft selbstironischem Ton. Er kennt die Traditionen seines Gewerbes gut genug, um sie zu lieben, und lange genug, um gelegentlich mit ihnen zu brechen. So entsteht eine humorvolle Geschichte, in der sich manches anders entwickelt, als es zunächst den Anschein hat.
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Leseprobe:
Fünftes Kapitel: Viele Bücher und ein Abstieg ins Dunkel
(...)
„Das ist nicht der Rückweg“, sagte Krona. „Wir sind nicht bergauf gegangen, also müssen wir jetzt auch nicht bergab.“
Ich hatte seit geraumer Zeit das Gleiche gedacht, es aber für mich behalten, ich wollte mir nicht wieder Schmähungen bezüglich meiner Intelligenz einhandeln. Ich hatte ohnehin sehr schnell die Idee aufgegeben, den Weg zurück in Buchfinks Keller zu finden, und suchte stattdessen die Gewölbedecke nach weiteren Falltüren ab. Buchfinks Keller mochte nicht der einzige sein, der mit einem Zugang zum Labyrinth ausgestattet war.
„Also umkehren?“, sagte Sindri und klang zum ersten Mal ratlos. „Schon wieder?“
„Keine Ahnung“, sagte Krona. „Wohin kommen wir denn, wenn wir immer weiter bergab gehen?“
„Zum Hafen“, sagte ich. „Der Hafen ist der tiefste Punkt der Stadt. Es sei denn, sie hätten diese Gänge über die Wasserlinie hinaus gebaut. Dann rauscht irgendwann das Meer über unseren Köpfen.“
„Huh“, sagte Krona und warf einen unbehaglichen Blick nach oben.
„Ganz meine Meinung“, sagte ich. „Aber genau betrachtet ist selbst diese Schlussfolgerung unzuverlässig. Niemand garantiert uns, dass der Gang parallel zur Oberfläche verläuft. Er könnte genauso gut ins Landesinnere führen, und trotzdem immer weiter abfallen.“
„Ich sehe das Problem“, sagte Sindri.
„Das Problem ist, dass ein paar selbsternannte Weltentdecker hier nur mal einen Blick hinein werfen wollten“, sagte ich wütend. „Und jetzt haben wir den Schlamassel und werden wahrscheinlich noch Stunden hier herum irren, nämlich, bis uns das Licht ausgeht, und dann können wir nur noch hoffen, dass die Götter uns einen Strick runter lassen, an dem wir uns gepflegt aufhängen können!“
„Komisch“, sagte Sindri. „Ich kenne ein paar Labyrinthgeschichten. Der Held geht rein, der Held besiegt ein paar Monster, der Held findet den Schatz, der Held findet den Ausgang. Da steht nirgends geschrieben, dass der Held einen neunmalklugen Begleiter dabei hat, der ihm andauernd die Stimmung verdirbt.“
„Siehst du hier einen Helden?“, fauchte ich. „Ich sehe keinen.“
„Ihr seid beide Idioten“, sagte Krona sehr energisch. „Und jetzt kommt. Wir kehren um.“
Was wir auch taten. Schon wieder. Wir hielten uns dicht beieinander und um unsere kleine Lichtquelle, und ich sah, wie Kronas Blick sich bei jedem Flackern, bei jedem Zittern der Flamme besorgt an die Laterne heftete, zumindest sie hatte wohl begriffen, was ich so wenig elegant angedeutet hatte.
Wir kamen an eine Kreuzung, die genauso aussah wie die vielen, die wir bereits passiert hatten. Wir gingen weiter bergauf, in der Annahme, den vermuteten Fehler von vorhin auszugleichen. Unsere Schritte hallten auf dem feuchten Steinboden, ein schauriges, erstickendes Echo, das uns für keinen Augenblick vergessen ließ, wie eng die steinernen Wände sich um uns fügten. Ich war ziemlich sicher, dass wir hier noch nicht entlang gekommen waren. Es gab hier wesentlich mehr Begräbnisnischen als am Ort unseres Einstieges, sie waren kleiner und säumten den Gang in dichter Reihe, teilweise sogar übereinander wie Stockbetten. Ich versuchte, mir nicht vorzustellen, wie man die toten Menschen verbogen haben musste, damit sie in die engen Nischen passten. Vielleicht hatte man sie vor der Bestattung auch verbrannt; in manchen der Nischen sah ich schwärzliche, pudrige Rückstände. Viele der Nischen in diesem Bereich trugen eine Beschriftung, alte Runen, in den Stein gekratzt oder mit mittlerweile verwitterter Farbe angebracht. Ich hielt mich nicht lange genug auf, um die Schriften zu entziffern, aber auch ohne anzuhalten begegnete mir eine Rune immer wieder, die heute noch gebräuchlich ist: die Schutzrune gegen ansteckende Krankheiten.
Das Grausen beschlich mich. Ich versuchte wirklich, nicht daran zu denken, aber dann sah ich doch vermummte Gestalten, wie sie ihre Angehörigen und Nachbarn hier unten begruben, abgestumpfte Lebende mit toten Augen, die zu viele hatten sterben sehen, um noch zu trauern, und die ohnehin wussten, dass ein Tuch vor dem Mund keinen Schutz bot vor der Göttlichen Geißel.
Ich atmete widerwillig. Mir war klar, ich konnte nicht die Luft anhalten, bis wir wieder oben waren, und diese armen Kreaturen waren schon viel zu lange tot, um noch gefährlich zu sein. Trotzdem spürte ich, wie die unterirdische, modrige Luft einen klebrigen Film auf meinem Gesicht zurück ließ. Ich schlang die Arme um mich und schloss zu Sindri auf.
„Alles in Ordnung?“, sagte er. „Du bist ganz blass.“
„Mir geht’s gut“, log ich, und dann kam plötzlich ein hohles, knöchernes Klappern von vorne, und Krona, die vorne ging, schrie und sprang rückwärts auf Sindri drauf. Der schrie ebenfalls und sprang auf mich drauf, und ich schrie „Was? Was?“, und klammerte mich an ihn, während er mit dem Schwert vor sich herum fuchtelte und die freie Hand in meine Robe krallte. Vor Krona im wild schaukelnden Licht der Laterne kullerte ein helles, rundes Ding über den gemauerten Boden, und ein flacher, schwarzer Schatten floh pfeifend vor unserem Licht.
„Nur eine Ratte“, keuchte Krona. „Nur eine Ratte!“
„Götter!“, stöhnte Sindri und presste sein Gesicht in meine Robe, als wollte er mich in die Schulter beißen.
„Herrschaften“, sagte ich mit schwankender Stimme, während mein rasender Herzschlag mir die Ohren füllte. „Das üben wir noch, bis zum Drachen.“
„Was für ein Drache?“, sagte Sindri und hob das Gesicht von meiner Schulter.
„Öh“, sagte ich. „Nichts. Nur so“, während Krona mir einen bitterbösen Blick zuwarf und langsam das Schwert senkte. Dann machte sie einen großen Schritt über den Totenschädel, der auf dem Boden lag und aus leeren Augenhöhlen zu uns hinauf starrte, und ging voran. Wir folgten mit wackeligen Knien, und ich zog einen gewissen Trost daraus, dass Sindri seine Hand auf meiner Schulter ließ. Der glückliche Hund war aus seinem Gesicht verschwunden und hatte einem eingeschüchterten Kind Platz gemacht. Ich fand, dass jetzt ein guter Augenblick für ihn wäre, seine Lektion bezüglich unnötiger Wagnisse zu lernen. Vielleicht würde er beim nächsten Mal den Rat seines viel älteren, viel klügeren Begleiters, nämlich mir, beherzigen. Falls es ein nächstes Mal gab. Falls nicht, konnte ich meine geschätzten drei Jahre Vorsprung mit ins Grab nehmen.
Links, rechts, Kreuzung, Gabelung, Steigung, Gefälle. Dann kamen wir an einer Treppe vorbei, die klaffend wie ein zahnloser Kiefer in schwarze Tiefen führte. Wir starrten die Treppe an. Keiner von uns musste es aussprechen. Wir wussten, dass wir hier noch nicht gewesen waren.
Ich schaute hinauf zur dunklen Gewölbedecke. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, wie viel Gestein zwischen uns und dem normalen, täglichen Leben der Stadt lag. Irgendwo weit über uns gingen Menschen ihren Geschäften nach, genossen die Sonne, trieben Handel und hörten das Meer rauschen. Ich war versucht, um Hilfe zu schreien, aber ich hatte so die Ahnung, dass dieser Wunsch etwas mit aufkeimender Panik zu tun haben könnte, deshalb ließ ich es.
„Wir gehen bergauf“, sagte ich und versuchte zu ignorieren, wie unnatürlich meine Stimme sich anhörte. „Egal, in welche Richtung. Die Ausgänge sind jedenfalls oben, nicht unten, und es ist mir egal, wo wir ans Licht kommen. Hauptsache Licht.“
Keiner widersprach mir. Wir gingen bis zur nächsten Kreuzung, und dann jeweils etwa für einen Steinwurf in jeden Tunnel hinein, um den mit der deutlichsten Steigung zu ermitteln. Es gab einen. Er endete nach der ersten Biegung an einem Einsturz.
„Ich werde wahnsinnig“, stöhnte Krona.
Wir drehten um und nahmen den Weg, der zumindest nicht nach unten führte. In diesem Bereich des Labyrinthes waren die Begräbnisstätten seltener, und es lagen erstaunlich wenig Gerippe darin. Ich hielt mich an dem Gedanken, dass dieser Teil der Anlage aus welchen Gründen auch immer vielleicht nie in Betrieb genommen worden war. Ich wollte mir wirklich nicht vorstellen, wohin die Bewohner der Nischen nach ihrem Tod noch gegangen waren.
Ich stellte es mir natürlich trotzdem vor. Eine lebhafte Phantasie kann manchmal sehr hinderlich sein.
Und dann übertraf die Wirklichkeit meine schlimmsten Schreckvorstellungen. Krona, die immer noch voran ging, machte einen Schritt, dann schrie sie auf und riss die Arme hoch. Das Licht schaukelte wild über die Wände, der Boden bewegte sich irgendwie merkwürdig, dann wurde das Licht nach unten weggesaugt und Krona war verschwunden. Sindri schrie und warf sich rückwärts. Ich bekam ihn mit Schwung vor die Brust, taumelte und setzte mich unsanft auf den Boden, wobei ich ihn mit mir riss.
„Krona!“, schrie Sindri. „Krona!“
Es war sehr dunkel. Genau genommen, stockdunkel. So dunkel, wie es nur unter Tage sein kann. Sindri auf mir strampelte hektisch, und ich spürte, wie mein Kniegelenk unter einer ungünstigen Punktbelastung knirschte.
„Licht!“, sagte Sindri, und plötzlich war es wieder hell. Sindri kletterte von mir und kam auf die Knie, das Schwert vor sich. Das verzauberte Schutzarmband, das sein rechtes Handgelenk umspannte, strahlte so gleißend blau, wie man es höchstens an heißen Sommertagen auf einer ruhigen Wasseroberfläche sehen kann. Ich rappelte mich auf, ich hatte wenig Zeit, um zu staunen, denn von irgendwoher kam Kronas Stimme.
„Scheiße“, sagte sie. „Lampe kaputt. Jungs? Seid ihr da?“
„Wir sind hier“, sagte Sindri laut, kam auf die Füße und näherte sich vorsichtig der Stelle, an der Krona verschwunden war. Ein tiefes Loch gähnte im Boden. Reste von dünnem Reisig verrieten, dass es mit solchem abgedeckt gewesen war. Ich näherte mich und fischte vorsichtig nach einer dunklen, faltigen Masse, die sich am Rand verfangen hatte. Es war grau eingefärbtes Sackleinen, auf dem jemand mit Kohle die dunklen Fugen und Unregelmäßigkeiten des Bodens imitiert hatte.
„Eine Falle“, sagte ich.
„Und was für eine billige“, sagte Sindri enttäuscht.
Ich richtete mich auf und sah mich um. Langsam, sozusagen eines nach dem anderen, stellten sich meine Nackenhaare auf.
„Oh“, sagte Sindri neben mir, als die Erkenntnis allmählich durchsickerte.
„Könnt’ mir mal einer aufhelfen?“, fragte Krona von unten.
„Schnell“, sagte ich. „Bevor die hier sind.“
„Wer?“, sagte Sindri.
„Egal“, sagte ich. „Schnell.“
Die Fallgrube erwies sich als beinahe doppelt mannstief. Auch wenn Krona hoch sprang, konnte sie den oberen Rand nicht erreichen, der darüber hinaus auch noch schräg abgekantet war, um den Zugriff zu erschweren. Sindri legte das Schwert hin und setzte sich an den Rand der Fallgrube. Dann nahm er das Sackleinen, drehte es zu einem Strick und ließ es ihr hinunter. Krona, die den Sturz unbeschadet überstanden zu haben schien, ergriff die improvisierte Kletterhilfe und zog sich daran hinauf, während Sindri, der sich den Behelfsstrick um die Hände gewunden hatte, die Absätze gegen den Rand der Grube stemmte und stöhnend sein ganzes Gewicht an den Strick brachte. Ich stand daneben, ich wusste nicht, wo ich anpacken sollte, und mir war sehr, sehr bewusst, dass die beiden Kampfkundigen gerade damit beschäftigt waren, sich aus dem Loch zu helfen. Ich tat, was ich konnte. Mit panisch fliegenden Gedanken trommelte ich meine fiktiven Freunde zusammen: Hildingur, Sigurd, Ulf, Erek, Jedesil, um zu sehen, was sie zum Thema „Hinterhalt und dessen Bewältigung“, zu sagen hatten.
Ich weiß nicht, ob es einer von ihnen war, oder ob ich selber drauf kam.
„Weg vom Loch“, sagte ich. „Und Licht aus.“
„Spinnst du?“, sagte Sindri.
„Wir sind ein prima Ziel“, sagte ich. „Jeder halb blinde Idiot kann uns hier mit der Armbrust erledigen.“
„Aber hier ist niemand“, keuchte Krona, die bäuchlings über dem Rand der Grube lag und an Sindris Armen hing.
„Noch nicht“, sagte ich. „Aber sie werden kommen und sehen, was ihnen in die Falle gegangen ist. Wir haben wirklich genug Lärm gemacht.“
„Götter“, flüsterte Sindri.
„Wenn du jetzt los lässt, sind wir keine Freunde mehr“, knirschte Krona. Sindri stemmte sich ein letztes Mal rückwärts, und Krona kam über den Rand und wälzte sich zur Seite, dann sprang sie auf, Schwert kampfbereit.
„Lass sie ruhig kommen“, sagte sie finster.
Wir entfernten uns von der Grube, so leise wie möglich. Ein paar Schritte weiter befand sich eine große Begräbnisnische. Wir kauerten uns hinein, sitzend, so gut es ging. Unsere Beine hingen auf den Gang, aber es war bessere Deckung als gar keine, und ich versuchte mal wieder, nicht darüber nachzudenken, wer diese Nische für uns frei gemacht hatte, und warum.
„Licht aus“, sagte Sindri, und dann wurde es schwarz.
Wir warteten. Ich versuchte, etwas zu hören, aber alles, was in der völligen Schwärze zu mir kam, war das heftige, unterdrückte Atmen meiner Mitstreiter, das Scharren von Stoff und Stiefelsohlen auf Stein, das schwache Knirschen von Sindris Lederwams und das knirschende Schleifen von Metall auf Stein, als Krona neben mir eine merkwürdige Drehbewegung ausführte. Dann spürte ich ihre Hand auf meinem Arm, und gleich darauf hatte sie meine Hand gefunden und legte mir einen glatten, kühlen Griff zwischen die Finger. Ich tastete vorsichtig. Es war eine Klinge dran, vielleicht zwei Spannen lang, es musste einer der Dolche sein, die ich an ihrem Gürtel gesehen hatte. Ich umfasste die Waffe, die sich ungewohnt anfühlte, und beschloss, dass jetzt der falsche Zeitpunkt war, um zu diskutieren, ob ich damit umgehen konnte, ohne mich selbst zu verletzen. Immerhin fühlte es sich besser an, als nichts in den Händen zu haben.
Ich kauerte ein wenig beengt in der Mitte. Die Körperwärme meiner Mitstreiter kroch mir unter die kühle Haut. Sindris Haare kitzelten meine Wange, und ich stellte irritiert fest, dass er nach parfümierter Seife roch, etwas, das ich bei Helligkeit nie bemerkt hatte.
„Jetzt kommt schon“, knurrte Krona neben mir und scharrte mit ihren Stiefeln über den Boden.
„Halt still“, flüsterte ich. „Hör auf zu scharren!“
„Ich scharre nicht“, sagte sie.
„Sindri?“, sagte ich.
„Nein“, sagte er. „Ich dachte, du…“
„Oh“, sagte ich. „Nein. Oh, nein.“
„Licht!“, schrie Sindri. Das blaue Strahlen blendete mich, ich sah nur, wie er nach vorne sprang, das Schwert wie eine Spur aus flüssigem Silber vor sich. Krona folgte unmittelbar, ihren unartikulierten Kriegsschrei auf den Lippen. In dem wirbelnden Bogen, den Sindris beleuchtete Schwerthand beschrieb, sah ich geduckte, gedrungene Gestalten, die ihre Augen vor dem plötzlichen Licht schützten.
„Verzieht euch! Verschwindet!“, brüllte Sindri und beschrieb mit dem beleuchteten Schwert einen weiten Bogen um sich. Ein Chor aus Zischen und Pfeifen wurde laut, doch sie schienen sich schon an das Licht zu gewöhnen. Einer, der größer war als die anderen und in der Hand ein kurzes, breites Schwert hielt, legte den Kopf schief und hielt dem Lichtangriff stand.
„Aaaaarrgsssss?“, sagte er.
„Was?“, sagte Sindri verwirrt.
„Aaaaargssss? Sssss?“
„Argus“, sagte ich, einer plötzlichen Eingebung folgend. „Er will wissen, ob wir zu dieser Argusbande gehören.“
„Nein“, sagte Krona. „Die Argusleute sind Scheißkerle, und ich dreh’ ihnen den Hals um, wenn ich sie erwische.“
Ein lang gezogenes Pfeifen kam aus dem Maul des Anführers, das irgendwie zufrieden klang. Dann machte er eine auffordernde Geste, und der Pulk hinter ihm setzte sich sehr plötzlich in Bewegung. Mit ungelenken Sätzen drangen sie auf meine beiden Kriegerfreunde ein. Ich keuchte erschreckt und umklammerte meinen Dolch.
„Mist“, sagte ich, aber keiner hörte es. „Mist, Mist. Falsche Antwort.“
